
Abschlussveranstaltung der diesjährigen Juniorenfirmengeneration am Samstag, 30. Juni 2012 in der Brauerei Clemens Härle KG in Leutkirch
Informationsveranstaltung und Präsentation der Juniorenfirmen am Freitag, den 13. Januar 2012, im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
>>mehr
Mit dem Projekt „Juniorenfirmen auf dem Weg zum nachhaltigen Wirtschaften“ steigt UnternehmensGrün in die ökologisch-sozial ausgerichtete Berufsbildung ein. Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt mit einer Projektlaufzeit von zwei Jahren gefördert.
Ab Herbst 2008 widmen sich Berufsschüler und Gymnasiasten technischer bzw. von Wirtschaftsgymnasien für ein Jahr, jeweils in kleinen Gruppen (Juniorenfirmen) unter dem Dach ausgewählter Nachhaltigkeits-Unternehmen (sog. Mutterunternehmen und Kooperationspartner im Rahmen des Projekts) einer Geschäftsidee.
Juniorenfirmen sind von Schülern und Auszubildenden selbstständig geführte Miniaturunternehmen mit realem Geschäftsbetrieb, Produkten, Dienstleistungen, Verkauf/Marketing, Abrechnung, Qualitätskontrollen usw. Die betrieblichen Prozesse der Mutterunternehmen sind bereits auf Nachhaltigkeit ausgerichtet und bieten fachliche Nähe zu der durch die Junioren zu verfolgenden Geschäftsidee. So entwickelt eine Juniorenfirma bei einer biologisches Bier herstellenden und auf Regionalwirtschaft ausgerichteten Brauerei (Brauerei Härle, Leutkirch) die Vermarktung biologischer Erfrischungsgetränke, ein neuer Geschäftszweig des Unternehmens. Die Juniorenfirmen sind rechtlich nicht selbstständig. Sie wirken aus der Perspektive des Mutterunternehmens quasi als Abteilung.
Im Mittelpunkt der Tätigkeit in den Juniorenfirmen steht das Erfahren unternehmerischer Strukturen und Herausforderungen unter dem Leitbild nachhaltigen Wirtschaftens. Das Engagement der Schüler stellt neben ihrer schulischen Ausbildung eine zusätzliche Tätigkeit dar.
An sechs Wochenenden im Jahr veranstaltet UnternehmensGrün für die Junioren – in räumlicher Nähe zu ihrem Mutterunternehmen –Workshops, in denen vertiefende und fachübergreifende Einblicke in nachhaltige Wirtschaftsweisen vermittelt werden. Lehrmaterialien und Leitfäden zur Verbreitung der Lernziele werden in der bereits zum 1. Juli diesen Jahres anlaufenden Vorbereitungsphase vorbereitet bzw. erstellt. Die Junioren erhalten nach einem Jahr eine sog. Nachhaltigkeitsqualifikation. Sollte ein Mutterunternehmen so gute Erfahrungen mit den Junioren gemacht haben, dass es sie (in der Weiterverfolgung der Geschäftsidee) übernehmen möchte, so ist dies vom Projektziel mit umfasst. In einer Nachbereitungsphase (ab Januar 2010) wirbt UnternehmensGrün für die Verbreitung der Lehrinhalte und Ergebnisse des Projekts, wie sie in einem Handbuch zusammengefasst werden, um so das Wirken von Juniorenfirmen der skizzierten Gestalt fortzuführen.
Zentrales Ziel des Projekts ist die Förderung unternehmerischen Denkens und Handelns unter dem Leitbild nachhaltigen Wirtschaftens. Die angesprochene Generation ist ob der ökologischen Folgeschäden und -wirkungen herkömmlicher Wirtschaftsweisen in besonderem Maße gefordert, ökonomische Prozesse nicht mehr ohne ihre ökologische Relevanz zu betrachten. Die Erfahrungen mit der Arbeit in den Juniorenfirmen soll ihnen in Zeiten einer zunehmenden Bedeutung der „Vermarktung der eigenen Arbeitskraft“ auch zur Bewältigung der eigenen Lebensökonomie und Persönlichkeitsentwicklung eine Orientierung geben.
Die Integration von Juniorenfirmen in bestehende Betriebe aus der ökologischen Wirtschaft ermöglicht Adaption von Erfahrung im Umgang mit einer ökologisch-ökonomischen Umsetzung von Geschäftsideen. Der dabei erfahrene Anspruch wird in eine folgende Berufsausübung getragen und führt zu einer Multiplikation eines immer breiter werdenden praktischen Verständnisses von Nachhaltigkeitszielen. Ein zukunftsfähiges Wirtschaftsmodell, wonach ein Einklang zwischen Wettbewerbsfähigkeit, ökologischer Verträglichkeit und sozialer Gerechtigkeit in globaler Verantwortung her zu stellen ist.
Den Artikel aus unserem UnternehmensGrünJournal 1/2008 finden Sie hier auch als PDF-Datei.
Die Pilotprojektphase (2008 - 2010) von "Juniorenfirmen auf dem Weg zum nachhaltigen Wirtschaften" wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert

Das Projekt "Juniorenfirmen auf dem Weg zum nachhaltigen Wirtschaften" wurde während der Pilotprojektphase von Konrad Kutt wissenschaftlich beraten und begleitet. Vor 25 Jahren entwarf er die Idee der Konzeption von Juniorenfirmen als Projektleiter beim Bundesinstitut für Berufsbildung, das die Entwicklung und Erprobung von Juniorenfirmen als Ergänzungsmethode zur kaufmännischen Berufsausbildung förderte, zusammen mit Prof. Wolfgang Fix, dem damaligen Ausbildungsleiter der Zahnradfabrik Friedrichshafen (ZF). Konrad Kutt wird seine langjährigen und wertvollen Erfahrungen in Aufbau und Ausrichtung der Juniorenfirmen einfließen lassen.
Lesen Sie hier den Artikel von Konrad Kutt „Juniorenfirmen werden mit 25 endlich grün“ aus unserem UnternehmensGrünJournal 1/2008.